Spieler: 1991 – 2013

  • Position: D-Line

Spitzname: Big B

“Big B” – Spieler, Coach und Mammut aus Leidenschaft

Sport spielte für mich schon früh eine wichtige Rolle. Eigentlich wollte ich damals Eishockey spielen. Aber ausgerechnet zu dieser Zeit hatten sich die Münster Pinguine, der EHC Münster, sprichwörtlich selbst „auf Eis gelegt“ und aufgelöst. Aus meinem Plan wurde also nichts.

Gleichzeitig hatten mir Ärzte empfohlen, mich sportlich zu betätigen. Eine Ärztin brachte mich schließlich auf die Idee, es doch einmal mit American Football zu versuchen. Damals konnte ich natürlich noch nicht ahnen, welche Bedeutung dieser Vorschlag für mein weiteres Leben haben würde.

Ganz unbekannt waren mir die Münster Mammuts zu diesem Zeitpunkt nicht. Über meine Cousine gab es bereits Kontakte zu einigen Spielern, und auch an meiner Schule, der Friedensschule, waren einige Mammuts aktiv. So führte mich mein Weg 1991 schließlich zu den Mammuts Juniors. Mein erster Coach war Andreas Greiwing.

Der Einstieg bei den Mammuts hat einiges in meinem Leben verändert. American Football, das gemeinsame Training und vor allem der Teamgeist bedeuteten mir sehr viel. Wenn ich heute darauf zurückblicke, war diese Zeit ein wichtiger Bestandteil meiner persönlichen Entwicklung. Es ging eben nie nur um den Sport. Es ging um Gemeinschaft, Zusammenhalt und darum, seinen Platz in einem Team zu finden.

An die ersten Spiele kann ich mich noch gut erinnern. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir die Begegnung mit den Cologne Bears. Es war unser erstes Spiel, damals noch in Kinderhaus.

Und der Unterschied zwischen beiden Mannschaften hätte optisch kaum größer sein können: Die Kölner kamen einheitlich im kompletten Football-Outfit daher und wirkten auf uns hochprofessionell. Und dann waren da wir – eine ziemlich kunterbunte Truppe. Besonders legendär war die rosa Hose von Peter Blackwood. Seine Oma hatte sie zusammen mit einer roten Unterhose gewaschen. So etwas passte irgendwie zu unserem damaligen Auftritt.

Wenn man beide Mannschaften gesehen hatte, war eigentlich klar, wer der Favorit sein musste. Wir waren die Außenseiter.

Zumindest auf dem Papier.

Denn am Ende gewannen wir deutlich!

1993 stand dann mit dem großen Jubiläumsturnier im Preußenstadion eines der besonderen Ereignisse in der Geschichte der Mammuts an. Für mich fiel dieses Wochenende mit einem weiteren wichtigen Ereignis zusammen: Am Freitag vor dem Turnier machte ich meinen Schulabschluss.

Während die anderen abends zur Schulfeier gingen, entschied ich mich fürs Training. Schließlich bestand die Möglichkeit, dass ich am Wochenende zum Einsatz kommen würde, und dafür wollte ich fit sein.

Daraus wurde allerdings nichts.

Mein notwendiger Spielerpass beziehungsweise der Passantrag fehlte, sodass ich beim Turnier nicht eingesetzt werden konnte. Das war natürlich enttäuschend – vor allem, weil ich dafür sogar meine Abschlussfeier hatte sausen lassen.

Ganz ohne besondere Erinnerung blieb dieses Wochenende aber trotzdem nicht. Auf der Tribüne lernte ich Oliver Luck kennen, den ehemaligen NFL-Quarterback und späteren Manager der NFL Europe. Auch solche Begegnungen gehörten irgendwie zu dieser besonderen Zeit.

Meine Geschichte bei den Münster Mammuts beschränkte sich im Laufe der Jahre längst nicht mehr nur auf das Spielfeld. Ich übernahm Verantwortung im Vorstand und engagierte mich als Coach – sowohl beim Damenteam als auch im Jugendbereich.

Gemeinsam mit Dennis Müller war ich außerdem an Schulen in Münster unterwegs, um dort Flag Football vorzustellen. Uns war wichtig, Kindern und Jugendlichen diesen Sport näherzubringen und vielleicht bei dem einen oder anderen dieselbe Begeisterung zu wecken, die uns selbst gepackt hatte.

2013 baute ich dann gemeinsam mit Sascha Krotil und Christian Münzel erneut eine U12-Mannschaft auf. In diesem Team spielten unter anderem Florian und Tobias Wirtz, die Söhne von Elke und Markus Wirtz. Auch Tim Sauerland gehörte dazu – und der sollte zehn Jahre später, 2023, mit Rhein Fire die European League of Football gewinnen.

Unsere neu formierte U12 spielte eine erfolgreiche Saison. Zur folgenden Spielzeit wechselte allerdings der Headcoach, und meine Mitarbeit im Trainerteam war nicht mehr gefragt. Damit endete dieses Kapitel für mich früher, als ich es mir vielleicht gewünscht hätte.

Meine Verbindung zu den Mammuts und vor allem zu den Menschen aus dieser Zeit ist aber nie verschwunden.

Unter dem Namen „Old Stars“ treffen wir ehemaligen Spieler und Weggefährten uns bis heute regelmäßig. Mir persönlich ist es sehr wichtig, dass diese Treffen stattfinden und die alten Kontakte nicht verloren gehen. Dann werden natürlich die alten Geschichten wieder ausgepackt, Erinnerungen geteilt und manchmal vermutlich auch ein kleines bisschen ausgeschmückt.

Denn irgendwann sind die Trainingseinheiten vorbei. Irgendwann steht man nicht mehr gemeinsam auf dem Platz, und die Spieltage werden zu Geschichten aus einer anderen Zeit.

Aber vieles bleibt.

Die Freundschaften. Die gemeinsamen Erlebnisse. Die Geschichten, über die man auch Jahrzehnte später noch lachen kann. Und natürlich die Erinnerung an die „gute alte Zeit“ bei den Münster Mammuts.

Einmal Mammut – immer Mammut!