Saisonfazit der Münster Mammuts Ladies

„Are you ready?“
– „Yes!“
– „Are you ready?“
– „Yes!“
– „Give me a M – A – M – M – U – T – S! What`s that?“
– „MAMMUTS!!“

So ertönt es aus dem Huddle der Münster Mammuts Ladies kurz vor Spielbeginn. Am Gameday stehen über zwanzig Spielerinnen aus unterschiedlichen Teilen Münsters auf dem Feld, vereint in einem einzigen Ziel: Football spielen.

Die Frauenfootballmannschaft, die sich vor knapp zwei Jahren gründete, startete dieses Jahr zum ersten Mal in die Saison der 9er Tackle Regionalliga NRW. Auf fünf andere Teams würde Münster treffen, darunter Wuppertal, Solingen und Mönchengladbach.

Vor der Saison hatten die beiden Hauptverantwortlichen Elsa Rittgerodt als Defense-Coordinator und Christan Palm als Headcoach das Ziel abgesteckt: Vor allem sollte das junge Team Erfahrungen sammeln, erleben, was es letztlich bedeutet Football zu spielen, und Spaß haben.

Durchaus realistisch, denn bis auf wenige Ausnahmen bestanden die Mammut Ladies aus Rookies, d.h. Anfängerinnen, von denen einige diesen Sport erst wenige Monate vor der Saison entdeckt hatten und sich nun plötzlich auf dem Feld wiederfanden. Die Offensive-Line hatte mit Marion Becker und Ann-Chris Nehmer ein paar wenige Veteranen zu bieten, was sich besonders für den First-year-Quarterback Katja Zenzen als ungeheuer wertvoll herausstellen sollte. Außerdem verstärkte Alina Möcke mit ihrer Erfahrung aus Köln das offensive und defensive Backfield und das Mammut-Eigengewächs Lisa Tegtmeier aus der U16 gab ihr Debüt als Runningback.

Das erste Spiel stellte für die Münsteranerinnen eine Bewährungsprobe dar. Vor heimischer Kulisse empfing man die Spielgemeinschaft aus Duisburg und Mülheim, die sogenannten „T-Rocks“ (Thunderbirds-Shamrocks). Offense und Defense wurden einem Härtetest unterzogen und mussten Lehrgeld zahlen. Trotz des deutlich klingenden 28:44 Endstands war der Trainerstab stolz auf die stets kämpfenden Schützlinge. Erfahrung war das Ziel.

Aber bereits im zweiten Saisonspiel eine kleine Sensation: Mit den Verbesserungen aus dem Auftakt im Hinterkopf trumpfte eine starke Offense zu Gast bei den Wuppertal Greyhounds auf. Begleitet von einer kompromisslosen Defense um Rookie-Linebacker Janka Langer und Veteran Marielena Tenti war der erste Sieg der Mammut Ladies Vereinsgeschichte zu verzeichnen. Mit einem überzeugenden 07:26 ging es wieder heimwärts.

Über vier Wochen lagen zwischen diesem und dem nächsten Spiel, was ausgerechnet gegen den vermeintlich stärksten Gegner angesetzt war, das Wolfpack aus Mönchengladbach.
Zu allem Überfluss musste Münster diese Partie auch noch ohne die angestammte Koordinatorin der Defense ausfechten und wurde von laufstarken Wölfen mit 00:38 im wahrsten Sinne des Wortes überrannt.

Doch es blieb keine Zeit, über verlorene Spiele zu trauern, kamen doch die nächsten drei Schlag auf Schlag. Erst reiste das Team nach Solingen, dann erwartete man die Kleve Conquerors in Kinderhaus und nur eine Woche später musste man bereits zum Rückspiel gegen die Spielgemeinschaft der „T-Rocks“ antreten.

Und wer glauben mag, dass die hohe Niederlage noch in den Köpfen der Ladies herumspukte, wurde eines besseren belehrt. Während Solingen anfänglich in der Lage war mitzuhalten und sich lediglich mit zwei Scores Unterschied 12:22 geschlagen gab, dominierten die Mammuts ihre Gäste aus Kleve bei Starkregen und trotz Spielabbruch sehr deutlich mit 60:06 und zeigten gegen die Spielgemeinschaft, welch unglaubliches Potential in ihnen steckt. Vergessen war das aller erste Saisonspiel, Defense und Offense brannten ein Feuerwerk ab und verließen den Platz mit einem Signal. 12:52. Auswärtssieg.

Schon jetzt, als es in die Sommerpause ging, zeichnete sich deutlich ab, dass das gesetzte Saisonziel „Erfahrungen sammeln und Spaß haben“ bereits erfüllt, wenn nicht überboten war. Selbst bei anderen Teams der Liga wurde Münster als „sehr gefährlich“ eingestuft, das ungeschlagenen Wolfpack, sprach sogar von „Rivalen auf den Meistertitel“.

Davon unbeeindruckt kamen die Mammut Ladies hungrig aus der Sommerpause zurück und empfingen die Greyhounds aus Wuppertal im heimischen Stadion, nur um sie anschließend mit 22:14 wieder nach Hause zu schicken.

Auch Kleve, die ein wirklich starkes Spiel boten, wurde mit 31:34 besiegt und so sah man sich zum Spitzenspiel in Mönchengladbach wieder den Wölfen gegenüber.
Münster war sichtlich besser vorbereitet, doch auch das Wolfpack hatte seine Hausaufgaben gemacht. In einem offenen Schlagabtausch unterlagen die Mammuts 44:20, konnten jedoch mit ihrer Leistung mehr als zufrieden sein. Kein anderes Team hatte es auf zwanzig Punkte gegen die stärkste Defense der Liga gebracht und auch die Höhe der Niederlage war eher individuellen Fehlern zuzuschreiben, als einem Klassenunterschied.

Zu ihrem letzten Spiel empfingen die Mammuts Ladies die Solinger Mädels auf dem Homefield in Kinderhaus. Wie nach dem Hinspiel zu erwarten wurde auch dies ein spannendes Spiel. Nachdem die Mammuts die ersten Quarter nutzten um eine gute Führung aufzubauen, starteten die Paladins noch vor der Halbzeit zum Gegenangriff. Die letzten beiden Quarter waren dominiert von den Touchdowns der Paladins sodass man von einem knappen Sieg trotz der eindeutigen Punktzahl sprechen kann. Nichtsdestotrotz 34:22 gewonnen.

Jetzt, am Ende der Saison, stehen die Münster Mammuts Ladies auf dem zweiten Tabellenplatz und damit weit besser, als zu Beginn der Spielzeit erhofft.
Ganz nach dem Motto „Immer schön mammutiviert bleiben“ wird eines deutlich: Das ist erst der Anfang unseres Damenteams. Und was für ein Anfang.

Um auch für die nächste Saison fit zu bleiben starten die Münster Mammuts Ladies am 06.11.2018 mit dem Wintertraining. Wen jetzt das Fieber gepackt hat ist am Dienstag dem 20. November von 19.45 bis 22 Uhr an der Sportanlage Hiltrup Süd herzlich zu unserem Tryout eingeladen.

Die Ladies freuen sich auf euch!

Text: Jana Diecks, Münster Mammuts Ladies
Foto: Roman Henel, www.10yards.de